Wer die Welt verändern will, muss verstehen wie sie tickt

Über 80 Gäste aus NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen kamen vom 23. – 25. Oktober nach Essen zur ersten Roten Ruhr Akademie, um über Alternativen zur aktuellen Politik zu diskutieren. Die Organisatoren werten die Akademie als vollen Erfolg. „Mit 50 Gästen haben wir gerechnet, über 80 kamen. Für uns ist es ein Grund das ganze nächstes Jahr noch größer und besser aufzuziehen“, erklärte uns Gegenüber das Orga-Team. Das ganze Wochenende stand unter dem Motto: Lernen, lernen, lernen und Spaß haben.

Am Freitag hatte die Akademie einige hochkarätige Podiumsteilnehmer anzubieten. Zu „Welt(un)ordnung – Die neuen Kriege“ sprachen u.A. Sevim Dagdelen, Niema Movassat und Alexander Neu, Abgeordnete der Linkspartei im Bundestag. Sie alle machten auf die Komplexität von Kriegen und Imperialismus aufmerksam und brachten Beispiele aus Osteuropa und Afrika.

Der zweite Tag der Akademie bot ein breites Programm: Von theoretischen Inhalten wie „Was ist Rassismus?“ und „Was ist Marxismus?“ bis hin zu aktuellen Fragen über die Ausrichtung von Linkspartei und Linksjugend. An beiden Abendpodien nahmen mehr als 50 Personen teil.

Am letzten Workshoptag beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Frauenbefreiung, Klassenkampf, Armut im Ruhrgebiet und einer breiten Debatte über die aktuelle Flüchtlingskrise. So wurde beispielsweise eingebracht, die Refugee-Schul- und Unistreiks vom Jahresanfang aufzugreifen bzw. sich einzubringen. Jahreszeitbedingt wäre eine konkrete (Einstiegs-)Forderung, die man verstärkt ansprechen könnte, eine menschenwürdige & warme Unterbringung statt Zelten. Kälte kann jeder konkret nachvollziehen und es ist äußerst schwer dagegen zu argumentieren, ohne dass man wie ein Unmensch dasteht. Auch das Material von Pro Asyl wurde breit aufgegriffen.

Ohne Theorie keine Praxis, ohne Praxis keine Theorie. Die altbewährte Quintessenz hat sich auch an diesem Wochenende bestätigt. Wer die Welt verändern will, muss eben verstehen, wie sie funktioniert. Genug Ansatzpunkte für gemeinsames Handeln hat die Akademie geliefert und auch dem ein oder anderen etwas beigebracht, was der politischen Bildung zuvor fehlte. Doch nun kommt es darauf an, aus dem geselligen Wochenende politisches Kapital zu ziehen, das mehr ist als bloße Vernetzung.

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