Türkei legalisiert Cannabisanbau

Die Türkei legalisiert in 19 Regionen den Anbau von Cannabis zu medizinischen und wissenschaftlichen Zwecken. Die Zentralverwaltung erlässt zu diesem Zweck Anbaulizenzen.

Wie Independent Online und das grow Magazinberichten, soll die neue Verordnung des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Viehzucht die illegale Produktion von Cannabis eindämmen. LandwirtInnen können eine Lizenz beantragen, die den Anbau auf drei Jahre legalisiert, wie die türkischeTageszeitung Hürriyet berichtet. Einzige Voraussetzung ist, dass Landwirte bisher in keine illegalen Drogengeschäfte verwickelt waren. Um den möglichen illegalen Handel mit legalen Cannabispflanzen zu unterbinden, besteht das Ministerium auf harsche Kontrollen und Sanktionsmöglichkeiten, so T24 News.

Die Legalisierung des Anbaus in 19 Regionen erscheint auf den ersten Blick als gute Nachricht, doch hat sie einen gewaltigen Haken: Der Konsum von Cannabis bleibt weiterhin verboten und wird mit Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren geahndet. Drogenhandel sogar mit Mindestens zehn Jahren Haft.

Ob der legalisierte Anbau von Cannabis ein Teil des „Antidrognplanes“ ist, bleibt offen. 2014 erklärte der damalige Regierungschef und Mitglied der AKP, Davutoğlu, dass bis 2023 der Drogenkonsum in der Türkei „ausgerottet werden solle“.

Obwohl bekannt ist, dass der sogenannte „War on Drugs“ in den USA nicht zum gewünschten Effekt führte, scheinen etliche Länder diesem immer noch nach zu eifern. In den USA führte der Antidrogenkrieg lediglich zu übervollen Gefängnissen, der Zunahme von organisierter Kriminalität und zu Stadtteilen, die durch Drogenkartelle kontrolliert werden.

In Deutschland wird in letzter Zeit vor allem über die Möglichkeit debattiert, den Cannabiskonsum sowie den Anbau zu privaten Zwecken zu entkriminalisieren. Aus der Türkei erreichen uns hingegen lediglich Meldungen, die von harten Strafen gegen Konsumenten sprechen. Die USA ist der lebhafte Beweis dafür, dass eine solche Politik Jugendliche und Kinder nicht schützt, im Gegenteil.

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