Prorussischer Kandidat neuer Präsident Bulgariens

An den meisten Medien völlig vorbei gegangen sind die Wahlen in Bulgarien und Moldawien: In Bulgarien gewann am Sonntag (13. November) in den Stichwahlen für das Amt des Staatsoberhauptes der prorussische Kandidat. Das Ergebniss der Wahl in Moldawien wird erst morgen verkündet: Allen Umfragen nach hat sich wohl der prorussische Kandidat Igor Dodon durchgesetzt.

Rückt ein Teil Südosteuropas näher an Russland? In Bulgarien gewann Rumen Radev die Präsidentschaftswahlen und in Moldawien wird Morgen das Ergebnis der Wahlen bekannt gegeben.

Radev siegt in Bulgarien

In Bulgarien setzte sich der Kandidat Rumen Radev mit ca. 58 Prozent gegen seine Kontrahentin Tsetska Tsacheva durch. In der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen Bulgariens gewann somit der Kandidat der „Sozialistischen Partei“. Die sozialdemokratische Partei und Radev traten gegen das rechtsgerichtete Regierungsbündnis „GERB“ an: Bürger für eine Europäische Entwicklung Bulgariens.“ Radev war bis vor kurzem noch ein völlig unbekannter in der bulgarischen Politik und Kommandeur der bulgarischen Luftstreitkräfte. Von ihm erhoffen sich viele Bürgerinnen und Bürger des Landes endlich „Promiana“, Veränderung. In seinen Reden spricht er davon, dass er ein Mann des Volkes sei und verhindern wolle, dass Bulgarien ein „Immigranten-Ghetto“ werde. Dabei schrumpft Bulgariens Bevölkerung seit Jahren aufgrund niedriger Geburtenraten und Abwanderung. Er ist auch ein scharfer Kritiker der NATO: 2015 quittierte er den Dienst, als Bulgarien seinen Luftraum für NATO Streitkräfte freigab. Wie sein soziales Programm aussieht, bleibt unklar. In Bulgarien dürfte jedoch bald neue Wahlen anstehen. Premierminister Borisov kündigte seinen Rücktritt bereits für den Fall an, sollte Radev gewinnen. Probleme werden dadurch nicht gelöst.

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