„Ich hasse die Gleichgültigen“ – Warum wir Antonio Gramsci lesen sollten

„Ich glaube, dass leben bedeutet, Partei zu ergreifen. Gleichgültigkeit ist Apathie, ist Parasitismus, ist Feigheit, ist das Gegenteil von Leben. Ich lebe, ich bin parteiisch. Deshalb hasse ich den, der nicht eingreift, ich hasse die Gleichgültigen.“

Antonio Gramsci hat sein Leben aufopferungsvoll dem Kampf für eine bessere Gesellschaft, für eine Welt ohne Krieg, Armut und Unterdrückung verschrieben. Zum Dank dafür, wurde er von den italienischen Faschisten ins Gefängnis geworfen und ist dort verrottet. Doch seine Ideen haben den Faschismus, das 20. Jahrhundert und vieles Mehr überdauert. Mit seinen „Gefängnisheften“ hat er einen der wichtigsten Schriften zur Weiterentwicklung des Marxismus geliefert und damit geholfen, die Welt zu erklären und Ansatzpunkte zu liefern, diese zu verändern. Mit „Antonio Gramsci – Gefängnishefte und Philosophie“, hat der verstorbene britische Sozialwissenschaftler Chris Harman einen großen Beitrag dazu geliefert, den begnadeten Philosophen und Revolutionär neu zu entdecken, um Strategien für das hier und jetzt zu entwickeln.

Chris Harman verteidigt Gramsci gegen die Vereinnahmung durch sogenannte Reformer. Jene „sozialistischen“ und „sozialdemokratischen“ Politiker, die glauben, man könne den Kapitalismus qua Parlamentarismus und Stellvertretung überwinden oder Zähmen. Vielmehr hat Gramsci mit dem Modell der Hegemonie, wohl ein leninscher Ansatz des Klassenkampfes, auf alle gesellschaftlichen Bereiche ausgedehnt. Nicht nur auf das des politischen Kampfes, sondern auch auf die Zivilgesellschaft, um so für die eigenen Ideen, eine „Mehrheit zu organisieren“. Der Kampf um die Hegemonie ist für Gramsci ein doppelter: „Zum einen die Arbeiterklasse von den Ideen zu befreien, die sie an den bestehenden Ausbeutungsordnung binden, und zum anderen die übrigen ‚Subalternen‘ Klassen in einen „Block“ mit der Arbeiterklasse zu führen.“ Der Kampf um eine andere Gesellschaft ist somit auch immer ein Kampf um andere Ideen.

„Einer der wichtigsten Sozialisten, die den Marxismus gelebt haben.“ Azad Tarhan, Mitglied im Landesvorstand der Linkspartei in Nordrhein-Westfalen.

Die Ideen für eine „sozialistische Gesellschaft“ schlummern im Schoß der arbeitenden Massen. Sei es die Solidarität unter Nachbarn, der Opa, der seinem Enkel erklärt das man Spielzeug teilt oder die weitverbreitete Abneigung gegen Krieg. Diese Ideen, so Gramsci, müssen von organisierten, sich dessen bewussten Menschen, gefördert und herausgefiltert werden. Der Kampf um eine andere Gesellschaft beinhaltet daher auch den die Organisieren in einer revolutionäre Partei. Gramsci hebt dabei den Wert der Basisarbeit massiv hervor!

„Werde niemals müde, die Argumente zu wiederholen“

Für jeden, der die Welt nicht nur „verschieden beschreiben will“, sondern diese auch verändern möchte, ist Antionio Gramsci ein Muss. Und die Broschüre von Chris Harman ist ein guter Einstieg. Die Broschüre ist im Aurora Verlag erschienen und auf booklooker.de oder beim Verlag für 2.50 erhältlich.

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